Das Spiel mit dem Feuer

Das Spiel mit dem Feuer

Der Moment, wenn der erste Karpfen am selbstgebundenen Rig auf Boilie am Haken und schließlich im Kescher landet ist oft der Beginn einer langen und vor allem schönen Reise. Man taucht schnell in das schönste Hobby ein und beginnt seine Angelei voran zu treiben, um dieses Gefühl des Kampfes mit dem Fisch noch einmal zu provozieren. Ruten, Rollen, Schnüre, Rod Pods, Bissanzeiger, Swinger/Hanger, Haken, Abhakmatten, Boot, Motor, Taschen, Boxen und die unzähligen Kleinteile, welche mit teilweise schwer zu bewältigenden englischen Namen versehen sind, werden gegenübergestellt, verglichen und schließlich doch gekauft. Aber Karpfenangeln lebt nicht nur vom Erfolg des Fangens, sondern vermittelt mittlerweile bereits einen richtigen „Lifestyle“. Die Zeit die wir investieren, um am Wasser zu sein und die Natur in vollen Zügen zu genießen, soll möglichst bequem und ohne kleine nervige Stichelein verbracht werden, denn im Regelfall kommt man selten genug dazu draußen zu sitzen und dann muss alles perfekt sein!

Neben dem Schutz vor Kälte und Nässe sorgt auch ein ganz besonderer Aspekt für die gute Laune am Wasser – die Verpflegung!

Dieser Blogeintrag soll versuchen die unterschiedlichen Arten von Gaskochern, die bei uns bisher Verwendung gefunden haben, zu charakterisieren und gegebenenfalls Vorzüge und Nachteile aufzuzeigen. Dadurch können vielleicht dem Einen oder Anderen die Wege erspart bleiben die wir bis zum perfekten Kaffee oder der gelungenen Mahlzeit gehen mussten.

Vernachlässigt werden hier grundsätzlich Kompositkocher (Mehrstoffkocher) oder reine Benzinkocher, da zum ersten keine Erfahrungen damit bestehen und zum anderen der Betrieb von Gaskochern deutlich schonender für unsere geliebte Natur gesehen wird (Benzin kann ja doch mal austreten und in die Böden/das Grundwasser gelangen).

Bevor es mit den unterschiedlichen Kochern losgeht, sollte unbedingt erwähnt bleiben, dass für einen optimalen Gebrauch immer der Bezug zwischen Kocher und Kartusche bzw. dem Gas gesehen werden muss. Was damit genau gemeint ist, lest ihr im Fazit.

Die verschiedenen Arten der Kocher

 Gaskocher im Koffer

„Gaskocher im Koffer“

Dieser Kocher wird mit Kartuschen des Typs: MSF1a betrieben. (Dazu später mehr in den verschiedenen Arten der Kartuschen)

Außerdem weisen die meisten Geräte dieser Art eine Leistung von ca. 2200 Watt auf, die ich grundsätzlich aber hinterfragen würde, da diese Kocher extrem Temperaturabhängig sind.

Diese Kocher sind teilweise für unter 20 € im Internet zu finden.

Vorteile:

  • günstig
  • bei flachem Untergrund bietet der Kocher eine hohe Standfestigkeit

Nachteile:

  • extrem anfällig bei kalten Temperaturen
  • im Verhältnis zu anderen Kochern hohes Packmaß und hohes Gewicht

 

Der Kompaktkocher

„Kompaktkocher passen wirklich in jede Hosentasche.“

Diese Kocher werden ausschließlich mit Schraubkartuschen oder Stechkartuschen versorgt und sind die „Minis“ unter den Gaskochern.

Durch direktes aufschrauben auf die Kartusche ist dieses geringe Packmaß möglich, da der Behälter mit dem Gas gleichzeitig als Standfuß dient und zugleich aber auch den Schwerpunkt erhöht. So kann das Kochen zu einer wackeligen Angelegenheit werden. Preislich sind diese Kocher im Durchschnitt bei 35€ anzusiedeln, aber auch günstiger zu haben.

Vorteile:

  • kleinster und leichtester Kocher
  • günstig

Nachteile:

  • anfällig bei kalten Temperaturen
  • nach unseren Erfahrungen brennen diese Kocher recht unzuverlässig, das Gas strömt selten gleichmäßig aus und „spuckt“ oft. Teilweise geht der Kocher ganz aus

 

Gaskocher mit externer Kartusche

Kocher1

Man könnte ihn als die Symbiose der bisherigen Kocher verstehen, denn er vereint die nennenswerten Vorteile.

Durch die anklappbaren Beine besitzt er ebenfalls ein kleines Packmaß und gleichzeitig einen niedrigen Schwerpunkt durch den Schlauch, der die Verbindung zur externen Gasversorgung darstellt. Ein kleiner, leichter und stabiler Kocher also.

„Ein kleiner Metallschlauch über der Flamme wärmt das Gas vor.“

Vorteile:

  • klein, leicht, höchste Leistung mit bis zu 3500 Watt und stabil
  • Versionen mit Vorwärmer können kälteren Temperaturen besser trotzen und sorgen für einen gleichmäßigen Gasfluss

Nachteile:

  • teuer, gute Modelle sind ab ca. 70€ erhältlich

 

Die verschiedenen Arten der Gaskartuschen

Typ MSF 1a


„Links: die weitaus günstigeren Gaskartuschen. Rechts: Der Adapteraufsatz für die günstige Variante.“

Diese Kartusche ist meist in 227Gr. erhältlich und mit Butan gefüllt. (Der Siedepunkt von Butan liegt bei ca. -0,5°C, der Dampfdruck bei 21°C liegt bei ca. 2,1 Bar.)

Der große Vorteil dieser Kartusche liegt ganz klar im Preis! Zwar werden diese auch im Baumarkt für teilweise 4 € das Stück angeboten, aber das Internet bietet hierzu eine hervorragende Alternative. In größeren Paketen (z.Bsp. 28 Kartuschen) sind diese dann ab 1€ pro Stück zu haben.

Diese Kartusche ist mit Abstand die günstigste, aber auch die anfälligste für kalte Temperaturen, durch die Befüllung mit Butan. Sie findet Verwendung für die Gaskocher mit Koffer, ist mit dem entsprechenden Adapter aber auch für Gaskocher mit externer Kartusche nutzbar geworden.

Die Stechkartusche

„Stechkartuschen sind gegenüber den Schraubkartuschen die preisgünstigere Variante“

Die Stechkartusche ist die günstige Alternative zur Schraubkartusche. Sie kann für Kompaktkocher verwendet werden oder für Gaskocher mit externer Kartusche. Der Nachteil besteht darin, dass man sie nicht abnehmen kann, bis die Kartusche leer ist, sonst verschwindet das Gas ungenutzt in der Luft.

Die Schraubkartusche

Diese Kartusche ist die teuerste und wird vorrangig für Kompaktkocher und Kocher mit externer Kartusche verwendet. Manche Hersteller sorgen bei diesen Modellen für bessere Kälteverträglichkeit durch Gasgemische. Durch die Verwendung von 70% Butan und 30% Propan wird besonders im Winter und den angrenzenden Jahreszeiten die Kochfähigkeit erhalten. Propan hat einen Siedepunkt von – 42°C und einen Dampfdruck bei 21°C von ca. 8,7 bar. Anhand dieser Tatsache wird deutlich, dass Propan das deutlich besser geeignete Gas für die kalte Jahreszeit ist.

 

Fazit

Kommen wir nun zur alles klärenden Frage: Welcher Kocher ist mit welchem Gas die optimale Mischung für meine Ansitze?

Dieser Frage muss natürlich die Frage nach dem Bedarf voran gehen. Brauche ich einen Kocher der auch bei Kälte alles leistet? Bin ich oft über mehrere Tage am Wasser und brauche viel Leistung und Zuverlässigkeit? Koche ich viel und will den hohen Gasverbrauch günstig halten?

Ohne im Einzelnen auf alle diese Fragen einzugehen, werde ich einfach meinen Fall schildern und hoffe einen umfangreichen Einblick zu gewährleisten, der es zulässt, dass jeder für sich daraus seine Schlüsse ziehen kann.

Ich habe den Anspruch an meinen Kocher, das ganze Jahr über problemfrei zu funktionieren und dabei nicht die „Gasrechnung“ in eine utopische Höhe zu treiben, das Geld muss für Boilies locker gemacht werden, oder? 😛

Ich habe mich also für einen Gaskocher mit externer Kartusche entschieden, der zusätzlich einen Piezo-Zünder enthält und einen Vorwärmer.

„Der Piezo-Zünder ist ein kleines, aber äußerst nützliches Extra.“

Der Piezo-Zünder ist nicht zwingend notwendig, erspart aber die ewige Sucherei nach einem Feuerzeug. Der Vorwärmer ist für mich nicht mehr wegzudenken. Sein Effekt ist nicht zu unterschätzen, denn er sorgt für einen gleichmäßigen Gasfluss und für eine höhere Kältetoleranz! Das Gas wird nicht direkt aus dem Behälter an die Düsen abgegeben und entzündet, sondern läuft vorerst durch den Vorwärmer über die Flamme und bringt alles Gas, was bei den Düsen ankommt auf ein und die selbe Temperatur. Ein sehr großer Vorteil!!!

Um die Gaskosten gering zu halten habe ich mir bei E-bay einen Adapter besorgt. Dieser hat ca. 6€ gekostet und ermöglicht es mir nun meinen Kocher mit Kartuschen des Typs Typ MSF 1a zu betreiben. Diese Erweiterung funktioniert besonders ab 15°C problemfrei und senkt die Gaskosten drastisch. Eine Besonderheit für das Betreiben mit diesen Kartuschen gibt es aber: Die Flasche sollte möglichst wenig während des Betriebs geschüttelt oder bewegt werden, sondern einfach flach auf dem Boden liegen. Es geht zwar keine Gefahr davon aus, aber durch schütteln oder bewegen wird der Gasfluss ungleichmäßig und kurzzeitig stärker. Für den Winter würde ich trotzdem auf Schraubkartuschen mit einem Gasgemisch, wie oben erklärt, zurückgreifen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann auch der Vorwärmer nicht mehr viel ausrichten, dann ist ein Gas gefragt, was dafür ausgelegt ist.

„Die Testsieger-Kombination.“

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass für mich die Gaskocher mit externer Kartusche den besten Kompromiss bilden und immer wenn es die Situation zulässt von mir mit Typ MSF 1a Kartuschen betrieben werden.

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One thought on “Das Spiel mit dem Feuer

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